Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit
Wir leben in einer Zeit, in welcher die unzählbaren Möglichkeiten im „Äusseren“ eine Herausforderung darstellen können. Natürlich ist das nicht auf jedem Kontinent so und viele Menschen leben immer noch sehr diametral, anders als wir hier in der westlichen Welt. Je mehr Möglichkeiten man hat, umso mehr Zeit braucht man, zu entscheiden, was man wirklich möchte und zu einem selber passt. Da wir aber in einer Zeit leben, in welcher in vielen Bereichen das Tempo drastisch zugenommen hat, sind wir auch etwas durch den Zeitgeist konditioniert, in einem schnelleren Tempo durchs Leben zu gehen: Scheller zu denken, zu schreiben, zu reden oder zu gehen.
Entscheidungen treffen
Wenn man aber Entscheidungen treffen sollte, die einem wichtig sind, brauchen sie mehr Aufmerksamkeit von uns. Unsere Aufmerksamkeit ist jedoch begrenzt.
Es benötigt eine gewisse „Versenkung“. So eine Vertiefung kann sich z.B. beim Lesen eines spannenden Buches oder beim Schauen eines guten Filmes einstellen, so dass man die äussere Zeit nicht mehr wahrnimmt.
Es ist wichtig, ab und zu mit seiner Aufmerksamkeit in etwas Tiefes zu versinken. Man sinkt nicht nur tiefer in die Geschichte eines Buches, sondern auch automatisch tiefer in sich selber. Seine Aufmerksamkeit regelmässig in etwas zu versinken wirkt beruhigend. Bleibt man konstant mit seiner Aufmerksamkeit nur an der Oberfläche, erzeugt das mit der Zeit eine gewisse innere Unruhe und Nervosität.
Zu viele Reize erwecken permanent unsere Aufmerksamkeit. Man kann jedoch nicht mehr tiefer einsinken mit einem Objekt (z.B. Buch) und dadurch einen tieferen Raum in sich wahrnehmen. Wir sollten aber fähig sein zu switchen, weil uns diese innere Flexibilität im Alltag unterstützt. Das muss natürlich kein Buch sein, sondern kann alles Mögliche sein. Viele glauben, dass das nur mit Dingen, die man selber mag oder gerne tut, funktioniert. Doch man muss den Gegenstand oder die Situation nicht spezifisch
gernhaben um tiefer einzutauchen, sonst hätten wir viel zu wenig Spielraum.
Steht man also im Leben an einer Kreuzung, ist es von Vorteil, seine Aufmerksamkeit so lange wie möglich auf seine Entscheidung/sein Ziel zu lenken und zu schauen, was das mit einem innerlich macht oder bewegt. Unsere Aufmerksamkeit ist ja immer irgendwo. Die Frage ist nur, auf was ist sie gerichtet und wieviel Raum kann ich mit ihr einnehmen?
Aufmerksamkeit im Äusseren
Wir Menschen können uns nur immer auf etwas konzentrieren. Entweder wir schmecken während dem Essen das Salz oder die Süsse. Versuchen wir beides gleichzeitig wahrzunehmen, verliert es immer an Qualität. Das Gleiche ist mit unseren Gefühlen. Versuchen wir Trauer und Wut gleichzeitig zu spüren, verliert es immer an Intensität.
Es ist deshalb von Vorteil, die Gefühle ab und zu auch einzeln wahrzunehmen. Damit kann sich die Kraft im Gefühl besser entfalten, verliert nicht an Intensität und man schöpft dadurch mehr Energie aus dem einzelnen Gefühl.
Die Gefühle sind sowieso immer vorhanden. Ob uns das bewusst ist oder nicht und ob wir es wahrnehmen oder nicht, spielt primär keine Rolle.
Viele Menschen haben ihre Aufmerksamkeit nicht auf ihre Gefühle gerichtet, was aber nicht bedeutet, dass die Gefühle dadurch nicht vorhanden sind.
Die Gründe, weshalb gewisse Menschen ihre Aufmerksamkeit proportional mehr im
„Äusseren“ als in ihrem eigenen Körper haben, sind sehr unterschiedlich.
Ein Beispiel: Kinder suchtkranker Eltern sichern mit diese „Strategie“ ihr Überleben ab. Sie müssen sich um ihre eigenen Eltern kümmern, immer einen Schritt voraus sein, da sie wissen müssen, ob der Vater zu viel getrunken hat und dieser eine potentielle Gefahr darstellt. Viele Kinder suchtkranker Eltern haben jahrelanges Training damit, genau zu beobachten, Stimmungen „in der Luft“ zu identifizieren, zu entschlüsseln und Gegenmassnahmen einzuleiten, um die Eltern zu beruhigen, zu besänftigen und eine sehr desolate Harmonie wieder in eine Art Einklang zu bringen. Der grösste Teil der Aufmerksamkeit ist also mehr aufs Äussere und nicht aufs Innere gerichtet. Dass solche Kinder in der Schule teilweise grosse Schwierigkeiten haben verwundert nicht, weil sie sich permanent um ihre Eltern sorgen müssen und damit geistig wie besetzt sind.
Viele Kinder suchtkranker Eltern müssen, wenn sie im Erwachsenenalter sind, wieder erlernen, sich selbst mehr Aufmerksamkeit zu schenken, sich selbst mehr wahrzunehmen.
Was sind die Gefühle dieser Kinder und nicht die Gefühle der anderen, was sind ihre Bedürfnisse und nicht die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen? Und dürfen sie so viele Bedürfnisse überhaupt empfinden? Es geht darum, sich die Erlaubnis zu geben, mehr emotionale Freiheit zu entwickeln, weil viele ein sehr schwaches „Ich“ haben. Ihr Ego ist oft schwach ausgeprägt und konnte sich nicht richtig frei und kraftvoll entfalten.
Unser Ego
In der Psychologie spricht man selten von einem Ego, sondern von einem Selbstbild, weil sein eigenes Selbstbild sich mit der Zeit ändert und nur ein Bild ist von sich selber und der Vergänglichkeit unterworfen ist. Ich persönlich nenne es aber trotzdem Ego, weil es mir ein Anliegen ist, negativ besetzte Worte zu relativieren und in ein anderes Licht zu rücken.
Das Problem im Alltag ist, dass wenn man z.B. etwas nur für sich selber machen möchte, etwas fordert oder für seine Bedürfnisse kämpft, die Tendenz da ist, dass eine Stimme im Kopf sagt: „du bist sehr egoistisch und ein schlechter Mensch“ und nicht „das ist wegen deinem starken Selbstbild“. Deshalb ist es wichtig, bereits im Vorfeld eine gesunde Beziehung zu seinem Ego zu haben, damit man keine Angst hat oder ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn die Kraft vom eigenen Ego einem helfen möchte, persönliche Ziele im Leben zu verfolgen.
„Ja, ich bin jetzt „egoistisch“ und das ist auch gut so“.
Menschen mit einem starken Ego wissen, was sie wollen und finden meistens auch einen Weg, es zu bekommen. Denn wer sein Ego wahrnimmt oder ein starkes Ego hat, ist oft auch stark auf der Handlungsebene, was kein Zufall ist.
Heutzutage gilt es jedoch immer noch als edles Relikt, sein Ego abzulegen. Viele Menschen kämpfen ständig gegen den Impuls ihres Egos an, was wiederum Kraft braucht, gegen sich selber zu kämpfen. Hat man aber jahrelanges „Training“, fällt es nicht mehr auf, dass man gegen sich selber ankämpft. Man gewöhnt sich daran und erschafft sich ein Selbstbild, dass man sein eigenes Ego bezwungen oder transformiert hat. Oder man hat einfach Schwierigkeiten herauszufinden oder zu wissen, was man eigentlich ganz genau möchte.
Das gleiche Prinzip gilt auch bei den Gefühlen. Hat man sie jahrelang verdrängt - und wir in einer Gesellschaft leben wo es kollektiv sehr viele Menschen tun - fällt es gar nicht mehr so auf. Es ist bei vielen ganz normal, sich nicht zu intensiv wahrzunehmen und vieles in sich zu unterdrücken. Leider reagieren oft genau solche Menschen allergisch, wenn jemand ein starkes Ego hat. Diese werden verurteilt, schlechtere Menschen zu sein.
Ein gesundes Ego will aber nur die beste Version von sich selber sein, kann klar nein sagen und weiss, was es will und gerade braucht. Ein unzufriedenes Ego will immer besser sein als alle anderen, weil es ständig Angst hat, zu kurz zu kommen. Dabei wird eigentlich nicht sein Ego wahrgenommen, sondern ein sehr einseitiges und begrenztes Bild von sich selber oder unterdrückt sein Ego ganz und macht sich tendenziell kleiner als es ist. Zudem ist man mit seiner Aufmerksamkeit nur noch im Geist. Ein Narzisst, der nur mit sich selbst beschäftig ist und Schwierigkeiten hat, sich in andere hineinzuversetzen, Empathie zu empfinden, Kritik anzunehmen oder generell andere Meinungen stehen zu lassen, aktiv zuzuhören, anstatt permanent von sich selber zu reden, stellt eine oppositionelle Extremsituation dar und jede Extremposition ist physikalisch eher instabil.
Geist und Körper sind eins
Heutzutage haben viele ihre Aufmerksamkeit stark im Geist. Auch das Natel und Internet tragen dazu bei, unsere Aufmerksamkeit wieder stärker weg vom realen Empfinden zu ziehen, was gerade vor uns liegt.
Viele Menschen sind zum Teil geistig irgendwo „unterwegs“ am Träumen oder haften an einseitigen geistigen Idealvorstellungen über sich selber, wie sie ganz spezifisch sein sollten als Person.
Sie richten ihre Aufmerksamkeit auf Bilder, die im Moment nichts mit der Umgebung zu tun haben resp. nicht in dieser stattfinden. Ein Beispiel: man denkt im Geiste an die letzten Sommerferien zurück. Das ist nicht per Definition schlecht, solange man zumindest seinen ganzen Körper miteinbezieht und ihn sozusagen nicht nur im Hintergrund behält.
Wieso sollte das wichtig sein und wieso machen das eigentlich so viele?
Die Gründe sind natürlich, wie bereits oben erklärt, sehr verschieden. Bei einem traumatischen Erlebnis zum Beispiel, in einem Augenblick des Schreckens oder wenn sich der Mensch in einer Extremsituation befindet, flüchten wir tendenziell in den Geist, um nicht wahrzunehmen, was mit uns geschieht. Das heisst, unsere Aufmerksamkeit richtet sich voll in den Geist und ganz weg vom Körper. Der Geist ist vom Gefühl her grösser als unser eigentlicher physischer Körper. Man hat dann den Eindruck, in dieser Situation seinen Körper von oben, von der Seite oder aus einer anderen Richtung zu betrachten, je nach dem.
Der Geist ist immer vorhanden. Gewisse Instanzen kann man am besten in Grenzsituationen wahrnehmen, oder wenn man plötzlich sehr starke Angst verspürt. Die eigene Wahrnehmung verlagert sich dann stark von der alltäglichen Wahrnehmung.
Probleme können entstehen, wenn man nach diesem Trauma seine Aufmerksamkeit nicht wieder in seinen Körper lenkt, nicht mehr „zurückkehrt“. Ich erkläre das hier sehr oberflächlich. In Wirklichkeit sind die Mechanismen um einiges komplexer. Es kann jedoch ein Bild darstellen, um die Situation besser einzuordnen. Man nimmt zwar den eigenen Körper wahr, jedoch nicht von innen. Die eigene Innenwelt wird unbewusst systematisch geistig eingekapselt, um das traumatische Erlebnis nicht nochmals zu durchleben.
Mit der Zeit kann ein Gefühl von getrennt-sein-in-sich entstehen. Etwas Fundamentales fehlt, das Gefühl der Ganzheit und das Gefühl, ganz angekommen zu sein im Leben.
Es müssen nicht immer grosse Schicksalsschläge die Auslöser sein, manchmal reichen auch schon kleinere Auslöser. Viele traurige und hilflose Erfahrungen, die sich im Laufe des Lebens kumulieren, dazu starre Glaubensstrukturen, die einen hindern, dem Schmerz Ausdruck zu verleihen und kombiniert mit tagtäglicher Lustunterdrückung.
Es werden heutzutage sehr viele sogenannte Smileys über die Gefühle und über Situationen „geklebt“ in der Hoffnung, durch den Positivismus mehr Positivismus zu erzeugen.
Man kann sich sehr lange und mit sehr vielen Techniken einbilden, dass irgendwie alles ganz wunderbar ist, aber der Körper gibt Signale und viele schauen weg oder in die entgegengesetzte Richtung. Sie tun das was sie bereits tun, einfach noch dynamischer, in der Hoffnung, dass die Schmerzen, Taubheitsgefühle, Schwindel, Benommenheit, Lustlosigkeit, Sinnlosigkeit, beklemmende Angstgefühle oder plötzliche psychogene Hyperventilation etc., plötzlich verschwinden. Der eigene Körper jedoch lässt sich nicht so schnell täuschen und wird auf die Smileys reagieren.
Was der Körper ab und zu braucht, ist brachiale, ungekünstelte, unethische, unmoralische, aber dafür schonungslose, aufrichtige, bedingungslose Ehrlichkeit mit sich selber.
Smileys sehen zwar hübsch aus, sind aber oft völlig nutzlos. Es kommt noch dazu, dass in unserer Kultur hierarchisch gesehen der Geist über dem Körper gestellt und als wertvoller und wichtiger angesehen wird. Der Geist steht sogar über der Materie. Geist und Materie sind jedoch eins, nur schwingt die Materie langsamer und ist dadurch fassbar. Es gibt keine Trennung. Diese existiert nur in den Köpfen und diese Trennung erzeugt eine Rückwirkung.
Im Alltag hören wir immer wieder, dass alles miteinander verbunden sei. Wenn wir die Materie als niedriger und weniger wertvoll ansehen, entwerten wir auch immer unseren eigenen Körper, weil er aus derselben Substanz besteht wie die Materie. Wenn wir glauben, dass der Geist stärker, intelligenter und besser ist als der Körper, wird es sehr schwierig werden, das volle Potential im Körper zuzulassen, weil dieser Gedanke wie so viele andere Gedanken seine eigene Kraft immer wieder aufhebt. Der Körper ist durch viele Feindbilder stark eingeschränkt.
Wir haben keinen Körper, wir SIND Körper.
Es ist schwierig, seinen eigenen Körper ganz wahrzunehmen, wenn man glaubt, ihn nicht zu sein.
Dass viele ihren eigenen Körper nicht mehr empfinden, sollte also nicht verwunderlich sein. Natürlich kann der Körper mit der Zeit auch Schmerzen erschaffen, weil es manchmal der einzige Weg ist, ihn wieder wahrzunehmen. Auch verdrängte Gefühle können mit der Zeit dort, wo man sie im Körper eingrenzt, Schmerzen verursachen, weil zu viel Energie/Gefühl auf engem Raum „festsitzt“.
Der Körper ist ein Wunderwerk und steht für mich hierarchisch nicht unter dem Geist, sondern steht neben ihm. Körper und Geist sollten sich im Idealfall Hand in Hand entfalten können, jeder in seiner „Fachrichtung“. Ich plädiere für eine interne Demokratie und ein Stimmrecht für jede Ebene. In Wahrheit aber leben viele in einer klaren Geistesdiktatur, in welcher der Körper als weniger wertvoll angesehen wird, die physischen Sinneswahrnehmung und die Sinnlichkeit sowie Lust stark reduziert sind.
Was ist richtig und falsch
Wir leben in einer sehr lustfeindlichen Gesellschaft, wo die meisten Menschen nicht mehr essen was sie wollen sondern was sie müssen.
Wenn jemand anfängt, die feste Überzeugung zu bilden oder zu erschaffen, dass zum Beispiel Fleisch absolut schlecht für den Körper ist, sich dies immer wieder sagt und tiefer in die Überzeugung eintaucht, kann es gut möglich sein, dass er im nächsten Sommer mit Übelkeit auf grilliertes Fleisch reagiert. Schliesslich ist Fleisch schlecht und alles, was mit Fleisch verbunden ist. Mit der Zeit heisst es, dass man Fleisch nicht mehr verträgt, es irgendwie nicht mehr bekömmlich ist, eigentlich kein Fleisch mehr mag und dieses nicht mehr essen kann. Oft reagieren diese aber äusserst empfindlich, wenn jemand anderes Fleisch isst. Man will es nie mehr essen, kann aber auch nicht aufhören, davon zu reden...
Das Argument „mir wird schlecht, wenn ich nur schon Fleisch rieche“, ist keine sonderlich legitime Aussage, ob es wirklich am „Fleisch“ liegt.
Es gibt auch Menschen, denen es übel wird, wenn sie sehen, wie zwei Männer sich küssen. Jedes verinnerlichte Mantra, passend zu seinem Weltbild, kann mit der Zeit Empfindungen hervorrufen, die nicht spezifisch darüber aussagen, ob wirklich die Handlung oder sein Mantra die Ursache seiner körperlichen Reaktion ist.
Isst aber irgendjemand auf dieser Welt aus Versehen Tollkirsche, wird ihm definitiv schlecht, Mantra hin oder her.
Ich respektiere jede persönliche Überzeugung, aber viele Überzeugungen sind nur ein gewordenes Endprodukt.
Es genügt nicht zu behaupten, etwas ist schlecht, nur weil mir davon schlecht wird, man muss schon etwas genauer hinschauen. Natürlich ist Fleisch und generell Nahrung zu etwas Politischem geworden und deshalb noch schwieriger zu verdauen. Unser Geist stellt den Möglichkeitsraum dar und wir zapfen über unseren Geist Ideen, Kreativität, Bilder und Vorstellungen. Hat man aber im Geist sehr starre Vorstellungen oder Bilder, was richtig und falsch ist, kann das einen im Alltag stark eingrenzen. Ich gehe aber in diesem Blog nicht tiefer in den Geist und seine Funktionen ein, weil es den Rahmen sprengen würde.
Versucht mal in euch zu spüren, was ihr wirklich essen wollt. Viele haben auch da wieder Angst, weil sie glauben, dann nur noch Müll zu essen, weil der Körper ja dumm und gierig ist. Man hat starre Vorstellungen und Bilder, was „gesund“ ist, obwohl es vielleicht gar nicht wirklich schmeckt.
Euer Körper ist der einzige, der weiss, wieviel und was ihr braucht. Er überisst sich vor allem dann, wenn er weiss, dass es länger nichts mehr geben wird oder Essen als Kompensationsmittel benutzt wird. Der „äussere“ Körperkult darf eine Inspiration sein, aber ausfüllen sollte es immer die Einzigartigkeit und Vielfalt jedes Einzelnen, sonst wirkt alles sehr glattgebügelt. Die Vielfalt verschwindet auf unserem Planeten auf sehr vielen verschieden Ebenen.
Mir geht es hier aber nicht darum, ob Fleisch essen richtig oder falsch ist. Es geht mir darum, dass jeder essen sollte, was ihm wirklich schmeckt und liebt, weil wir alle unterschiedliche Geschmäcker, Vorlieben und ethische Wertvorstellungen haben.
Ich werde in der Praxis oft gefragt, was ich esse und meine Antwort ist immer: „Iss auf keinen Fall was ich esse. Was mir gut tut, muss dir nicht per Definition auch gut tun, geschweige denn schmecken.“
Wir können Rezepte austauschen und unsere Küchenkreativität erweitern, aber ich finde es ein überaus narzisstischer Gedanke zu glauben, dass sich alle 7.7 Milliarden Menschen wie ich ernähren sollten. Es gibt unzählige Möglichkeiten und Formen einer gesunden Ernährung.
Das Werkzeug
Kommen wir aber wieder darauf zurück, wie unsere Aufmerksamkeit uns hilft, Entscheidungen im Alltag besser zu erkennen, zu treffen und sie innerlich zu empfinden.
Man will etwas von der Materie, z.B. mehr Geld, einen Jobwechsel oder vielleicht eine neue Ausbildung starten, weiss aber irgendwie nicht so recht, wo anfangen oder was es sein könnte. Dann kann es eine Hilfe sein, sich erstmals darüber im Klaren zu sein, mit welchem Werkzeug (Materie) man arbeiten möchte. Auch wenn es sich nur über ein vorübergehendes Werkzeug handelt und sich mit der Zeit herauskristallisiert welches.
Versucht euch mit dem Gegenstand zu verbinden oder nehmt ihn in die Hand. Falls er nicht anwesend ist, verbindet euch gedanklich mit ihm. Schenkt ihm Aufmerksamkeit. Ich weiss, das klingt sehr abstrakt, aber so bleibt ihr am Anfang besser in der Realität und driftet nicht so schnell in den Geist ab. Dadurch, dass ihr mit eurer ganzen Aufmerksamkeit beim Werkzeug bleibt, werden erstens die Gedanken ruhiger und zweitens klarer. Wenn ihr euer Werkzeug in den Händen hält, probiert euch eure eigentlichen Absichten bewusst zu werden.
Was sind eure Absichten z.B. in Bezug auf euren Job? Ist die Absicht mehr Lohn, dann muss man das Geld auch innerlich fühlen, gern haben für das es für einen arbeitet und sich seinen eigenen Wert bewusst sein und fühlen. Man kann nur Reichtum aus sich selber erschaffen.
Aber wie fühlt man den inneren Reichtum das sehr esoterisch klingt.
In dem man sich immer bewusst macht, dass man wertvoll ist. Aus dem Gefühl des Wertvoll-seins in die Handlung zu gehen und nicht umgekehrt. Diese Erkenntnis bewegt innerlich und löst eine Gefühl der Freude und Lebendigkeit aus, etwas im Äusseren zu bewegen.
Es ist wichtig, sein Werkzeug zu kennen oder zu wissen, weil man viele Stunden am Tag mit diesem Werkzeug verbringen wird. Wichtig ist dabei, sich bewusst zu sein, was man gerne macht oder gut kann. Talente will man meistens irgendwann nach aussen fliessen lassen, aber sie brauchen einen Rahmen.
Talenten Ausdruck zu verleihen gestaltet sich jedoch oft als schwierig. Sind wir in etwas sehr gut, dann ist es uns in der Regel auch sehr wichtig. Je wichtiger uns etwas ist, desto grösser ist aber auch die Angst, dass wir es falsch machen oder nicht den gewünschten Erfolg erzielen. Weiss unser Umfeld, dass wir gut in etwas sind, stellt das einen zusätzlichen Druck dar, gekoppelt mit hohen Erwartungen der Gesellschaft.
Gelangen wir aber immer wieder in die Versenkung mit einer Tätigkeit, die unser Talent zum Ausdruck bringt, beruhigt das enorm und schenkt uns Klarheit und die nötige Gelassenheit, damit umzugehen und unsere Talente kontinuierlich zum Ausdruck zu bringen.
Ein Klavierspieler zum Beispiel nimmt das ganze Klavier wahr, die Tasten, die Stuhlhöhe, die Pedalen und nicht nur die Noten in seinem Kopf. Er wird eins mit dem Klavier, es entsteht eine Art Symbiose. Das kann auch ein Tennisschläger sein, ein Messer in der Küche, der menschliche Körper mit seinen anatomischen Funktionen für einen Arzt oder Mediziner, Werkzeuge für einen Mechaniker oder einen Zahnarzt, Stift und Papier oder Laptop für einen Autor, für den Autofahrer sein Auto, da sind keine Grenzen gesetzt.
Hat man noch zusätzliche Glaubensstrukturen, z.B. dass man wenig Ahnung von Technik hat oder schlecht ist am Computer, kann uns das noch zusätzlich hindern, mit dem Werkzeug lustvoll zu arbeiten, weil es den kreativen Samen im Keim erstickt.
Man muss kein Computernerd sein, um seinen Laptop tagtäglich nutzen zu können.
Wichtig ist: Was tue ich gerne, was mache ich gut und durch welche Arbeit (Rahmen) kann ich meine Talente hineinfliessen lassen? Wichtig ist dabei, sich nicht von seinem eigenem Endziel entmutigen zu lassen. Es geht darum, die Zwischenziele zu erkennen als wichtiger Bestandteil auf dem Weg zu seinem Endziel, um wichtige Dinge, die als Störfaktor eingestuft werden im Alltag und eigentlich der Entwicklung dienen, beginnt auszugrenzen.
MAN SIEHT BESSER MIT SEINER AUFMERKSAMKEIT, ALS MIT SEINEN AUGEN.
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